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Unser Bund

Hier kannst du dich zu unserm Bund informieren. Folgende Themen findest du hier:

Kurze Geschichte

Der Deutsche Pfadfinderbund wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Walther Jansen (genannt Michael) in Berlin gegründet. Zwar gab es schon vor dem Krieg einen "Deutschen Pfadfinderbund". Dieser hat jedoch mit dem heutigen DPB kaum mehr als den Namen gemeinsam. Der heutige DPB steht mehr in der Tradition der "Reichsschaft Deutscher Pfadfinder", der viele der ersten Führer des Bundes angehörten.

Der Bund dehnte sich bald nach seiner Gründung nach Westdeutschland aus. Heute hat er etwa 2500 Mitglieder und Gruppen in vielen Teilen Deutschlands. Regionale Schwerpunkte sind Berlin,  Nordrhein-Westfalen und Franken.

Die Pfadfinderbewegung

Die Pfadfinderbewegung wurde von dem englischen Offizier Sir Robert Baden-Powell gegründet. In seinen Kriegseinsätzen hatte er gelernt, dass Jugendliche sehr wohl in der Lage sind, verantwortungsvolle Aufgaben zu übernehmen, wenn man ihnen nur etwas zutraut. Sein Ziel war eine Erziehungsbewegung zur Förderung der Entwicklung junger Menschen, damit diese in der Gesellschaft Verantwortung übernehmen können.

Im Sommer 1907 führte Baden-Powell ein erstes Pfadfinderlager auf der Insel Brownsea durch. Daran nahmen 22 Jungen aus allen sozialen Schichten teil - für die damalige britische Gesellschaftsordnung eine Sensation. Schon bei diesem ersten Lager trugen die Jungen eine einheitliche Kluft, die die sozialen Unterschiede verdecken sollte.

1908 veröffentlichte Baden-Powell sein berühmtestes Buch "Scouting for Boys", in dem er den Grundsatz der "Learning by doing" formulierte. 

Baden-Powell starb 1941 in Kenia. In seinem Abschiedsbrief an die Pfadfinder der Welt fasste er die Grundidee des Pfadfindertums in einem Satz zusammen: "Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt."

Die Pfadfinderbewegung breitete sich von England rasch in alle Welt aus. Ab 1910 gab es auch Pfadfindergruppen für Mädchen. 

Die ersten Pfadfindergruppen in Deutschland wurden 1909 gegründet. Sie standen allerdings sehr stark unter dem Einfluss der Erwachsenen. Viele Pfadfinderführer der ersten Tage waren Offiziere der kaiserlichen Armee, so dass es in den Gruppen besonders streng und straff organisiert zuging.

Deutsche Jugendbewegung

Die 1901 in Berlin-Steglitz ins Leben gerufene Wandervogelbewegung versuchte hingegegen, dem autoritäten Druck der bürgerlichen Gesellschaft der Kaiserzeit entgegenzuwirken, indem ihre Mitglieder Wanderungen und Fahrten in die freie Natur unternahmen, um dort ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Als Gegenveranstaltung zur 100-Jahr-Feier der Völkerschlacht bei Leipzig fand 1913 auf dem Hohen Meißner bei Kassel der erste Freideutsche Jugendtag statt. Hier wurde die Meißner Formel formuliert, die auch für den DPB heute noch eine große Bedeutung hat:

Die Freideutsche Jugend will
nach eigener Bestimmung,
vor eigener Verantwortung,
in innerer Wahrhaftigkeit
ihr Leben gestalten.

Durch den Ausbruch des Ersten Weltkrieges fand das Wandervogel-Leben ein jähes Ende.

Bündische Jungend

Nach Ende des Ersten Weltkrieges entstanden überall in Deutschland Gruppen, die die an sich widersprüchlichen Grundideen der Pfadfinder- und Wandervogelbewegung vereinten und die man als "bündische Jugend" bezeichnete.

Diese Gruppen übernahmen von der Pfadfinderbewegung den Erziehungsanspruch, ihre Mitglieder zu selbstbestimmten, verantwortungsvollen Menschen zu erziehen. Aus der Wandervogelbewegung stammte die Art zu leben, auf "wilde" und abenteuerliche Fahrten zu gehen, anstatt die Freizeit in streng organisierten Lagern zu verbringen. Von der Jugendbewegung stammte auch das Ideal der Selbstbestimmung der einzelnen Gruppen. Typisch für die bündische Jugend war auch die Einsicht, dass die Zeit des Lernens und der persönlichen Entwicklung nicht nur auf die Jugendzeit beschränkt ist. Daher verstanden sich viele Bünde als Lebensbund, die Erwachsene nicht als Leiter und "Aufpasser" für die Jugendlichen ansahen, sondern als integralen Bestandteil der eigenen Gemeinschaft.

Die in der bündischen Jugend entwickelte Geisteshaltung des selbstbestimmten Menschen passte nach 1933 natürlich nicht zu den Ideen der nationalsozialistischen Machthaber. Daher wurden alle Gruppen der bündischen Jugend nach und nach verboten.

Die Grundideen der bündischen Jugend sind heute noch die geistigen Wurzeln des Deutschen Pfadfinderbundes.

Aufbau

Im Deutschen Pfadfinderbund gibt es einen Jungenbund und einen Mädchenbund. Unsere Kleingruppen sind nach Geschlechtern getrennt, weil wir der Meinung sind, dass dies für das Leben der Gruppen und unsere Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen mehr Vor- als Nachteile hat. Diese Kleingruppen heißen bei den Jungen "Horten" und bei den Mädchen "Gilden" und werden meist von Jugendlichen geführt. Dieses frühe Übernehmen von Verantwortung trägt sehr viel zur eigenen Persönlichkeitsentwicklung der jungen Grupenführer und -führerinnen bei.

Zusammenschlüsse von mehreren Horten heißen "Stamm" oder "Jungenschaft". Im Mädchenbund werden diese größeren Gruppen als "Hag" und "Mädelschaft" bezeichnet.

Jungenschaften und Mädelschaften können sich zu größeren Gruppierungen zusammenfinden, den "Ringen" und "Gauen". Auf dieser Ebene sind auch "gemischte" Gruppen möglich.

Daneben gibt es im DPB noch den Männerorden "St. Georg über der Jungenschaft" und den Frauenorden "St. Christophorus" als Älterengemeinschaften des Bundes. Hier finden sich Männer und Frauen zusammen, die in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten und im Geiste der Ideale des Bundes ihren individuellen Weg zu einem selbstbestimmten Menschen gehen.

Präambel

Freiheit und freiwillige Bindung bestimmen das Leben des Deutschen Pfadfinderbundes wie das einer jeden Gemeinschaft. Ihr Verhältnis zueinander ergibt im bündischen Pfadfindertum eine Grundhaltung, die Form und Wesen des Bundes bestimmt.

Der Deutsche Pfadfinderbund begreift sich als Bund aus Bünden. Er gibt seinen Gruppen die Freiheit und stellt an sie die Forderung, ihr Zusammenleben selbst zu gestalten. Der Bund ist den Gruppen und die Gruppen sind dem Bund verpflichtet.

Für alle Gruppen ist verbindlich:

  • Brüderlichkeit im Bund und das Bemühen um Verständnis für den Mitmenschen, auch für den Andersdenkenden
  • die kleine Gruppe als gewachsene Erlebnis- und Fahrtengemeinschaft, die eine Urzelle des Bundes bildet und
  • die Anerkennung der Bundesordnung mit Gesetz und Versprechen, Bundesständen und Bundestracht.

Das Zusammenleben im Bund ist geprägt durch freundschaftliche Beziehung zwischen Führer und Geführten. Es entspricht dem Wesen des Bundes, daß in ihm Gehorsam auf Vertrauen und Zuneigung beruht. An die Führer des Bundes und der Gruppen werden deshalb erhöhte Forderungen gestellt. Sie sind zu vorbildhafter Lebensführung verpflichtet.

Kurze Wesenserklärung

Der Deutsche Pfadfinderbund ist...

  • ein Pfadfinderbund, der das Pfadfindergesetz zur Grundlage seines Handelns macht, der im Geiste und in den Formen der weltweiten Bruderschaft lebt und seinen Weg in ein freies, weltoffenes Menschentum sucht;
  • ein autonomer Bund, wurzelnd in den Menschenrechten und in der Grundordnung unseres Landes, von niemandem abhängig und keinem verpflichtet als unserem Gewissen und Gesetz;
  • bündische Jugend, die aus innerer Bindung Gemeinschaft bildet und die ihr Leben aus eigener Bestimmung, vor eigener Verantwortung und mit innerer Wahrhaftigkeit führt.

Weg und Ziel

Sinn der Arbeit des Bundes ist die Erziehung von Jungen und Mädchen zu selbständig denkenden Menschen und zu verantwortungsbewußten Staatsbürgern.

Mittel dieser Erziehung sind das Leben in der Gemeinschaft der Gruppe, das Pfadfinderversprechen und das Pfadfindergesetz.

Aufgabe der Gruppe ist es,

  • die Jungen und Mädchen zu lehren, daß sie mit offenen Augen durch die Welt gehen, daß sie überall helfen, wo ihre Hilfe gebraucht wird, daß sie sich bemühen, das als gut zu erkennen, was gut ist, und daß sie sich mit dem Schlechten auseinandersetzen und es zu ändern suchen;
  • die Jungen und Mädchen erkennen zu lassen, daß das Wesentliche im Zusammenleben der Menschen nicht die Betonung des Trennenden, sondern die des Gemeinsamen und die Achtung vor der freien, menschlichen Persönlichkeit ist;
  • die Jungen und Mädchen zu selbständigem, unvoreingenommenem Denken zu führen, sie vor einseitiger Beeinflussung zu bewahren, sie jedoch zur Kritikfähigkeit zu erziehen, damit sie ihren späteren Weg als politisch mündige Bürger unseres Staates aus eigener Erkenntnis finden.

Aufgabe des Bundes ist es,

  • solche Gruppenführer auszuwählen und heranzubilden,
    die wissen, daß ihnen die Aufgabe der Gruppenführung Pflichten auferlegt und daß sie nur zur Erfüllung dieser Pflichten mit besonderen Rechten ausgestattet sind;
    die sich ihrer Verantwortung für die ihnen anvertrauten Jungen und Mädchen bewußt sind;
    die bereit sind, mit ihren Gruppen zu leben, das heißt ihnen vorzuleben;
    die ihren Jungen und Mädchen ihre Verantwortung für das Schicksal unseres Volkes und seine Stellung in der Gemeinschaft der Völker bewußt und zur Verpflichtung machen;
  • in seiner Gemeinschaft das gegenseitige Verständnis und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit in der ganzen Jugend zu wecken und an der Lösung gemeinsamer Probleme mitzuarbeiten;
    demokratische Gesinnung und Lebensform zu fördern und totalitären Bestrebungen entgegenzuwirken.

 

© Alle Texte sind, mit der freundlicher Erlaubnis sie nutzen zu dürfen, von der Homepage unseres Bund (http://www.deutscher-pfadfinderbund.de)